Deutsche Fachkräfte über Contour: Weniger Hierarchie, mehr Chancen

Für viele Fachkräfte aus der deutschen Grenzregion stellt eine Bewerbung in den Niederlanden einen großen Schritt dar. Spreche ich die Sprache gut genug? Wie steht es um die kulturellen Unterschiede? Jonas Simmes, Kevin Hirle und Christian Walther wagten diesen Schritt bereits vor Jahren. Sie teilen ihre Erfahrungen und erklären, warum die Grenze bei Contour eigentlich kaum spürbar ist.

Die Sprache: Keine Hürde, einfacher als man denkt

Die größte Sorge für Neuankömmlinge ist oft die Sprache. Laut Christian ist diese Angst unbegründet. „Es gibt eigentlich keine schönere und einfachere Art, eine Sprache zu lernen, als hier am Arbeitsplatz“, erzählt er. „Dein Wortschatz wächst jeden Tag ein bisschen, fast unbemerkt. Und das Schöne ist: Kollegen nehmen Rücksicht auf dich. Sobald sie hören, dass du Deutsch bist, treten sie sprichwörtlich auf die Bremse. Sie sprechen langsamer und sind offen, dir zu helfen. Du wirst nie ausgeschlossen, weil du es noch nicht perfekt sprichst.“

Karte mit Entfernungen von Contour zu deutschen Orten

Kevin ergänzt, dass die Region einen großen Vorteil bietet. „Viele Menschen hier im Achterhoek sprechen einen Dialekt, der dem Plattdeutsch sehr ähnlich ist. Wenn du das verstehst, verstehst du auch 80 % des Niederländischen. Ich habe nie einen offiziellen Sprachkurs besucht. Drei Monate nach meinem Start führte ich bereits eine Audit komplett auf Niederländisch durch. Es muss nicht grammatikalisch perfekt sein, solange man sich versteht.“

Dass dieser Sprachmix manchmal zu lustigen Situationen führt, weiß Kevin nur zu gut. „Ich habe mal ein Gespräch geführt, bei dem ich auf Niederländisch anfing, um zu üben, und mein niederländischer Kollege aus Höflichkeit hartnäckig Deutsch zurücksprach“, lacht er. „Es fühlte sich kurz komisch an, aber wir verstanden uns perfekt. Letztendlich spielt es keine Rolle, in welcher Sprache man sich bespricht, solange die Arbeit erledigt wird.“

Kevin, seit fünf Jahren im Dienst
Kevin, 5 jaar bij Contour
Kevin, seit fünf Jahren im Dienst
„Ich sprach Niederländisch zu einem Kollegen, der aus Höflichkeit hartnäckig Deutsch zurücksprach. Wir verstanden uns perfekt.“
Kevin

Weg mit den silbernen Anstecker

Was den Herren sofort auffiel, war der Unterschied in der Unternehmenskultur. Kevin erinnert sich an Geschichten aus der früheren deutschen Industrie, wo Hierarchie heilig war. „Mein Vater erzählte manchmal von Firmen, wo die Farbe deines Anstecker bestimmte, mit wem du sprechen durftest. Hattest du ein silbernes Anstecker und der Manager ein Platin-Feuerzeug? Dann durftest du ihn nicht direkt ansprechen, sondern musstest über deinen eigenen Chef kommunizieren. Obwohl das in Deutschland jetzt auch weniger der Fall ist, merkt man bei Contour wirklich, dass diese Hürden nicht existieren.“

In Deutschland sind die Abläufe und Rechte oft viel strikter. Hier ist die Atmosphäre ruhiger und viel offener.
Christian

Wo man in Deutschland an eine strikte Hierarchie gewöhnt war, herrscht bei Contour die nüchterne Achterhoeker Mentalität. Christian bemerkte das sofort an der Atmosphäre: „In Deutschland sind die Abläufe und Rechte oft viel strikter. Hier ist die Atmosphäre ruhiger und viel offener. Man fühlt sich sofort akzeptiert, auch wenn man die Sprache noch nicht spricht.“ Kevin ergänzt: „Hier geht es auch viel informeller zu. In Deutschland ist der Kontakt zu Kunden oder Lieferanten oft strikt ‚Sie‘. Hier spricht man jeden, von der Geschäftsleitung bis zum Kunden, oft einfach mit dem Vornamen an. Das erleichtert die Kommunikation erheblich.“

Chancen für Macher

Egal, ob man an einer traditionellen Abkantpresse steht oder unsere neuesten Schweißroboter programmiert; man bekommt den Freiraum, sich das Handwerk anzueignen. Laut Kevin sorgt diese flache Organisation dafür, dass man viel schneller Fortschritte machen kann. Natürlich wird Handwerkskunst enorm geschätzt, aber die richtige Einstellung ist mindestens genauso wichtig. „Bei Contour erhält man sofort Verantwortung, unabhängig vom Alter oder der Position.

Trumpf CNC Abkantpresse
Trumpf CNC Kantbank

Man muss hier nicht fünfzehn Unterschriften sammeln, um etwas tun zu dürfen. Siehst du einen Verbesserungspunkt? Dann darfst du das oft direkt angehen. In Deutschland wird manchmal zuerst monatelang geplant; hier ist die Mentalität eher: Lass es uns versuchen und schauen, ob es funktioniert. Für Menschen, die zupacken können, ist das eine Erleichterung.“

In Deutschland suchen sie manchmal die eierlegende Wollmilchsau: jemanden, der 25 Jahre alt ist, aber 15 Jahre Berufserfahrung hat. Hier schauen sie mehr darauf, wer du bist und ob du motiviert bist.
Kevin

Ein weiterer großer Unterschied ist die Mentalität rund um die Personalbeschaffung. Jonas bemerkte, dass es in Deutschland als Schulabgänger schwierig war, Fuß zu fassen. „Die Anforderungen sind dort oft sehr hoch und Bewerbungsverfahren dauern lange. Hier hatte ich innerhalb von zwei Wochen einen Job.“ Kevin erkennt dieses Bild wieder und witzelt: „In Deutschland suchen sie manchmal die eierlegende Wollmilchsau: jemanden, der 25 Jahre alt ist, aber 15 Jahre Berufserfahrung hat. Hier schauen sie mehr darauf, wer du bist und ob du motiviert bist.“

Die Maschinen und Prozesse – egal ob Schweißen, CNC-Abkanten oder Pulverbeschichten – sind in den Niederlanden genau die gleichen wie in Deutschland. „Egal, ob man hier an der Abkantpresse steht oder zwanzig Kilometer weiter in Deutschland, das Handwerk bleibt dasselbe“, sagt Kevin, der als Teamleiter auch für einen Teil der Produktion verantwortlich ist. „Der Arbeitsplatz ist eine schöne Mischung aus jungen Talenten und erfahrenen Kräften. Und auch dort ist die Atmosphäre ungezwungen. Jeder ist bereit, dem anderen zu helfen, egal ob man aus den Niederlanden oder Deutschland kommt.“

Dem Stau entgegenfahren

Ist es nicht unpraktisch, jeden Tag die Grenze überqueren zu müssen? „Im Gegenteil“, sagt Christian. „Meine Freunde, die in Deutschland in Richtung Ruhrgebiet arbeiten, stehen jeden Morgen im Stau. Das ist wirklich ein Drama. Hierhin fahre ich ohne Probleme.“

Jonas stimmt dem voll und ganz zu: „Ich sage immer: Ich fahre in die richtige Richtung. Die Straßen hierher sind ruhig. Ich fahre täglich 50 Kilometer, aber das mache ich ohne Stress. Keine Staus, kein Aufwand. Und die Grenzkontrollen, vor denen die Leute manchmal Angst haben? Die gibt es in der Praxis kaum. Man ist im Nu da.“

Einfach machen

Das Fazit der drei ist eindeutig: Lass dich nicht von einer Grenzlinie aufhalten. „Contour ist ein Unternehmen, das auf deine Motivation und dein technisches Verständnis achtet, nicht nur auf deine Diplome oder Sprachkenntnisse“, schließt Jonas. „Jeder ist willkommen. Wenn du Lust hast zu arbeiten, solltest du dich einfach bewerben.“

Komm doch mal in Winterswijk vorbei. Der Kaffee steht bereit und wir geben dir gerne eine Führung, auf Deutsch, Englisch oder Niederländisch.

„We hebben een collegiaal team. We zijn harde werkers, maar met iedereen kun je lachen.“

Rudy, 29, CNC Kanter